5 Fragen an Stefan Glowacz

Profi-Bergsteiger, Extremkletterer, Abenteurer: Stefan Glowacz prägt sei Jahren nicht nur die deutsche Kletterszene. Der Bayer im Interview über seine große Leidenschaft für felsige Herausforderungen.

Stefan Glowacz in Verdon (Foto: Klaus Fengler)
Stefan Glowacz in Verdon (Foto: Klaus Fengler)

am-fels.de: „Wie bist du am-fels.de: Wie bist du zum Bouldern gekommen und wann warst du das erste Mal ohne Seil an der Wand unterwegs?“
Stefan: „Bouldern ist ja mehr oder weniger die Wiege der Leistungssteigerung beim Klettern. Ich bin von Beginn an unbewusst gebouldert, im Oberauer Klettergarten. Dort habe ich immer Quergänge gemacht, wenn ich zum Trainieren keinen Partner hatte. Ich bin da jedes Mal spielerisch hin und her geklettert, seit ich 13 Jahre alt war.“

am-fels.de: „Was unterscheidet Bouldern in deinen Augen vom Sportklettern und was macht es für dich so besonders?“
Stefan: „Das absolut schlagende Argument für das Bouldern ist, dass man es alleine betreiben kann wenn man das Hallenbouldern meint. Man braucht fast keine Vorkenntnisse, keinen Sicherungspartner, wenig Ausrüstung. Es ist sehr einfach, mit dem Bouldern anzufangen. Dann erfährt man auch als blutiger Anfänger unmittelbar die Faszination des Sports. Man erfährt gleich beim ersten Mal, wie es ist, ein Problem zu bearbeiten, zu lösen. Man wird sofort gefangen genommen.“

am-fels.de: „Worauf kommt es beim „Freiklettern auf Absprunghöhe“ wirklich an – kannst du ein paar Tipps geben, die man unbedingt beachten sollte?“
Stefan: „Du solltest auf alle Fälle, auch wenn Weichbodenmatten ausgelegt sind, das Fallen üben. Man kann sich bei einem unkontrollierten Absprung auch immer verletzen, wenn man blöd hinfällt. Deshalb sollte man gerade am Anfang ein paar Mal Abspringen, das Abspringen üben. Man muss lernen, wie eine Katze immer kontrolliert zu landen. So beugt man Verletzungen vor und so ist Bouldern so gut wie ungefährlich.“

Stefan Glowacz beim Bouldern in der Natur (Foto: Frank Kretschmann)
Stefan Glowacz beim Bouldern in der Natur (Foto: Frank Kretschmann)

am-fels.de: „Wo findet man dich am ehesten beim Bouldern – in der Halle oder draußen am Fels? Und wenn, welche Spots kannst du empfehlen?“
Stefan: „Das kommt immer drauf an, wo ich bin. Bei uns in München gibt es weniger schöne Möglichkeiten draußen, daher bin ich hier lieber in der Halle. Die Boulderprobleme sind ja mittlerweile so schön und kreativ geschraubt, da macht das richtig Spaß! Das Training ist in der Halle auch effektiver. Ich bevorzuge aber generell, draußen zu klettern. Zum Training gehe ich dann in die Halle. Empfehlen kann ich die Wiege der Boulderns, Fontainebleau nahe Paris. Und die Buttermilks in den USA sind alleine wegen der Landschaft großartig.“

am-fels.de: „Was war dein bisher größtes „Boulderproblem“ und in welchem Schwierigkeitsgrad bist du für gewöhnlich unterwegs?“
Stefan: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich mein größtes Boulderproblem garnicht weiß. Ich sehe diese Herausforderung im Bouldern nicht, es ist für mich einfach Training. Da liegt mein Niveau so bei 7C. Für etwas Schwereres müsste ich einen größeren Aufwand betreiben. Da nutze ich die Zeit aber lieber und gehe Sportklettern und betreibe da den Aufwand. Klettern mit Seil ist halt immernoch meine Lieblingsdisziplin!“

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