Schwer zu bewerten – Schwierigkeitsgrade beim Bouldern

Andere Länder, andere Schwierigkeitsgrade: Vorstellung der einzelnen Bewertungssysteme für die Einstufung von Kletterrouten beim Bouldern.

Inhalt


> Französische-Skala
>
UIAA-Skala
> Fontainebleau-Skala
> Sachsen-Skala
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Boulder-Skalen im Überblick


Schwierigkeitsgrade

 

Wie schwer eine Route beim Bouldern oder Freiklettern tatsächlich ist, findest du für gewöhnlich über die Bewertungsskala heraus. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten zu messen, wie schwierig eine Route wirklich ist. Boulderprobleme sind im Verhältnis zum Klettern kurz bis sehr kurz, daher kann sich eine 6a viel härter anfühlen als eine herkömmliche Kletterroute, bei der sich der Schwierigkeitsgrad über mehrere Meter verteilt. Idealerweise kennst du daher die wichtigsten Skalen von Fontainebleau bis UIAA, damit du auch bei einem Bouldertrip ins Ausland immer genau weißt, ob eine Felswand für dich überhaupt machbar ist.

Französische-Skala

Die französische Skala ist eine überregional genutzte Bewertung, die sich vor allem im westeuropäischen Raum und hauptsächlich im Bereich des Sportkletterns durchgesetzt hat. Mithilfe arabischer Ziffern (1 bis 9) werden Kletter- bzw. Boulderrouten hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads eingeteilt, während einzelne Zwischenstufen zur besseren Abgrenzung anhand von Buchstaben (a, b oder c) gekennzeichnet werden. Eine Aufwertung (+) gibt dir zudem Auskunft über einen erhöhten Schwierigkeitsgrad. Eine Abwertung (−) wie bei der UIAA-Skala existiert in der französischen Skala hingegen nicht.

UIAA-Skala

Die UIAA-Skala (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) oder auch Alpenskala genannt ist ein in mehreren Stufen gestaffeltes Bewertungssystem, das bevorzugt zur Einschätzung von Routen im alpinen Klettersport oder bei Hochtouren genutzt wird. Die Skala richtet sich dabei nach dem aktuell höchsten bisher frei gekletterten Schwierigkeitsgrad. Angegeben wird die UIAA-Skala zumeist in römischen Zeichen (I bis XI) oder arabischen Ziffern (1 bis 12). Desto höher die Zahl, umso schwerer die Kletter- bzw. Boulderroute. Durch das nachgestellte „+“ oder „−“ werden diese zusätzlich noch auf- oder abgewertet. Bei Feinabstufungen werden zum Teil sogar zwei Werte (7+/8−) angegeben, um zu verdeutlichen, dass der Schwierigkeitsgrad irgendwo dazwischen liegt.

Fontainebleau-Skala

Beim Bouldern kommt neben der französischen Skala am häufigsten die FB-Skala als Bewertungssystem zum Einsatz. Diese wurde ursprünglich für die Einstufung der Boulderrouten im Klettergebiet von Fontainebleau entwickelt und wird synonym auch unter dem Begriff Bouldergrad verwendet. Dabei wird eine Route immer danach bewertet, ob es sich um ein reines Boulderproblem (FB-Bloc) oder um ein Traversenproblem (FB-Trav) handelt. Ähnlich der französischen Skala zur Bewertung von alpinen Kletterrouten werden Boulderrouten mithilfe von Zahlen von 2 bis 8c+ eingestuft, wobei die FB-Skala auf eine Abwertung (-) bewusst verzichtet. Als Anhaltspunkt für die Einschätzung wie schwierig eine Route laut FB-Skala tatsächlich ist, dient dir folgender Tipp: Wenn du von einer gewöhnlichen Kletterroute ausgehst und rund 1 1/2 Grade (1+) vom französischen Schwierigkeitsgrad abziehst, erhältst du ungefähr den Wert, in dem du dich in Fontainebleau bewegst. Soll heißen: Kletterst du für gewöhnlich eine 6b+ mit Seil, handelt es sich auf Absprunghöhe vermutlich um eine 6a Route.
Hier findest du alle Infos zum Bouldergebiet Foutainebleau.
 
 
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Sachsen-Skala

Der Nationalpark Sächsische Schweiz nutzt aufgrund seiner einzigartigen Felsstrukturen ein eigenes Bewertungssystem, um die Komplexität von Boulderproblemen besser abbilden zu können. Die Sächsische Bewertungsskala wird in römischen Ziffern von I bis XII angegeben, ist aber nach oben hin offen. Ab dem VII Schwierigkeitsgrad werden die einzelnen Probleme zusätzlich noch anhand von Buchstaben (a, b und c) unterteilt. So erreichen die anspruchsvollsten Kletterrouten in diesem Gebiet aktuell Schwierigkeitsgrade von I bis XI c.

Stanage Edge peak District National Park(©iStockphoto.com/jonpiciman1)
Der Sandstein- Steilabbruch Stanage Edge („Stone Edge“) im Peak-District-Nationalpark in Nordengland  (©iStockphoto.com/jonpic)

Boulder-Skalen im Überblick

Während in Europa bevorzugt die französische sowie die FB-Skala zur Einstufung des Anspruchs von Boulderproblemen angewandt werden, existieren vor allem in den USA noch weitere Bewertungssysteme. Zum Beispiel die B-Scale von John Gill, der die Routen beim Bouldern von B1 bis B3 einteilte. Der Schwierigkeitsgrad B1 sagt dabei aus, dass ein Boulderproblem schwerer ist als eine äußerst schwere Sportkletterroute. B3 gilt als die Königsdisziplin. Die B-Skala wurde jedoch schnell wieder verworfen, da sie keine Abstufungen beinhaltete. Infolgedessen entwickelte John Sherman (Spitzname: Verm oder Vermin) ein neues und deutlich offeneres Bewertungssystem (V-Skala), das sich aber dennoch an der B-Skala orientierte. Da immer wieder neue, schwere Boulder bewältigt werden, gibt es immer wieder Erweiterungen und Abwertungen bei den Skalen.

Schwierigkeitsgrade beim Bouldern
Schwierigkeitsgrade beim Bouldern
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