Monika Retschy: Münchner Boulderstar im Interview

Die Münchnerin (1991 geboren) lebt fürs Bouldern und knackt Boulderprobleme wie Sunshine Reaggy 8a und Niviuk 8a (beide in Österreich, Silvretta)! Als Sportstudentin, Bouldertrainerin und Mitglied im Nationalkader Bouldern (DAV Sektionen München und Oberland) hat sie sozusagen den Rundum-Durchblick bei unserer Lieblings-Sportart. 2015 holte die Bayerin unter anderem in Chongqing den 5. Platz beim Weltcup Bouldern und den 4. Platz in Innsbruck bei der Europameisterschaft 2015.

Monika Retschy 2015 beim Weltcup in München (Foto: Marco Kost)
Monika Retschy 2015 beim Weltcup in München (Foto: Marco Kost)

Am Bouldern liebt Monika Retschy das Knifflige, die Individualität jedes einzelnen Problems. Im Interview verrät der Boulderstar aus München am-fels alles über ihre Boulderleidenschaft und gibt gute Trainingstipps.

am-fels.de: „Moni, wie bist du zum Bouldern gekommen und wann warst du das erste Mal ohne Seil an der Wand unterwegs?“

Monika Retschy: „Mit der DAV Familiengruppe am Tegernsee war ich mit meiner Familie oft in den Bergen unterwegs. Als Alternative an einem Regentag ging es in die Tölzer Kletterhalle. Mit 12 Jahren war ich dann das erste mal in einem Kletterkurs und von da an regelmäßig in Kletterhallen zu finden. Das Bouldern gehörte von Anfang an mit dazu, erst mit 17 habe ich mich ganz dem Bouldern gewidmet.“

am-fels.de: „Was unterscheidet Bouldern in deinen Augen vom Sportklettern und was macht es für dich so besonders?“

Monika Retschy: „Natürlich gibt es kein Seil beim Bouldern und man ist nicht unbedingt auf einen Sicherungspartner angewiesen. Viel entscheidender ist für mich aber, dass man sich beim Bouldern auf nur wenige Züge konzentriert und es eher um Maximalkraft als um Ausdauer geht. Beim Bouldern kann man sich mit der Vielfalt an Bewegungen auseinandersetzten viel Verrücktes ausprobieren.“

Monika Retschy (hier 2015 in München) boulderte 2015 im Ausland besonders gut und erreichte z.B. den 8. Platz beim Weltcup in Vail (Foto: Marco Kost)
Monika Retschy (hier 2015 in München) boulderte 2015 im Ausland besonders gut und erreichte z.B. den 8. Platz beim Weltcup in Vail (Foto: Marco Kost)

am-fels.de: „Wie hältst du dich persönlich fit und was sind deine Tipps, worauf man beim Training am besten achten sollte?“

Monika Retschy: „Ich gehe drei bis fünf Mal die Woche Trainieren, dabei sind sowohl Krafttraining wie auch das Auseinandersetzen mit schweren, aber auch leichten Bouldern Inhalt. Das wichtigste für mich ist, dass ich immer Spaß habe bei dem was ich tue. Merke ich, dass ich an einem Tag nicht die nötige Motivation für z.B. Krafttraining habe, lasse ich es lieber gleich sein und hohle es an einem besseren Tag nach. Training ohne komplette Hingabe bringt nichts für die Leistung sondern nur schlechte Laune.“

am-fels.de: „Wo findet man dich am ehesten beim Bouldern – in der Halle oder draußen am Fels?  Was sind deine Lieblingsspots und warum ?“

Monika Retschy: „Die meiste Zeit bin ich in der Halle unterwegs, weil ich spezifisch für die Wettkämpfe trainiere. Vor und nach der Saison nutze ich aber (fast) jede freie Zeit und gehe raus an den Fels. Entweder sind es dann größere Reisen nach Albarracin oder Fontainebleau oder nur kleinere ins Magic Wood, Zillertal oder Tessin. Nur einen Lieblingsspot habe ich nicht, dafür gibt es viel zu viele schöne Boulder in allen Gebieten.“

am-fels.de: „Was war dein bisher größtes „Boulderproblem“ und in welchem Schwierigkeitsgrad bist du für gewöhnlich unterwegs?“

Monika Retschy: „Die Frage nach den Schwierigkeitsgraden finde ich immer schwer zu beantworten. Ich versuche Boulder die gut aussehen, egal wie schwer. Da kann ein 6a Boulder genauso wie ein 8a Boulder dabei sein. Am Fels möchte ich einfach nur Bouldern und nicht noch mehr Wettkämpfe haben.“

Höchst konzentriert, jeder Muskel gespannt, jeder Tritt muss sitzen: Monika Retschy ist beim Bouldern in ihrem Element (Foto: Marco Kost)
Höchst konzentriert, jeder Muskel gespannt, jeder Tritt muss sitzen: Monika Retschy ist beim Bouldern in ihrem Element (Foto: Marco Kost)

am-fels.de: „Hast du konkrete Ziele/Projekte für die nächste Zeit?“

Monika Retschy: „Mein nächstes Ziel ist die kommende Wettkampfsaison 2016, bei der ich hoffentlich alle Weltcups starten kann und dann vielleicht sogar ein Ergebnis in der Top 10 Gesamtwertung erreiche.“

am-fels.de: „Beim Bouldern gibt es auch oft Niederlagen oder schlechte Tage. Wie schaffst du es, die Motivation oben zu halten?“

Monika Retschy: „Es gibt so viele verschiedene Ziele beim Bouldern, dass ein schlechter Tag oder eine Niederlage mich nur zu einer (zwischenzeitlichen) Verschiebung meiner Motivation bringen. Nach einem schlechten Ergebnis auf einem Wettkampf zum Beispiel gehe ich erstmal raus an den Fels und dann kommt die Motivation von ganz alleine wieder.“

Bewerte diesen Artikel:
Durchschnittliche Bewertung: 3.9 von 5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.