Interview mit Markus Bock

Markus Bock (13. Februar 1979) ist gebürtiger Bamberger und zählt zu den erfolgreichsten Sportkletterern in Deutschland. Bereits im Alter von nur 6 Jahren zog es das Kraftpaket im Frankenjura an den Fels und meisterte nur 9 Jahre später mit „Fight Gravity“ seine erste Route im 8. UIAA-Grad. Dem nicht genug, kletterte er mit 17 Jahren eins seiner ersten Highlights mit „Burn 4 you“ im unteren elften Grad.

Markus Bock bouldert bevorzugt schwierigste Routen im Frankenjura (Foto bereitgestellt von SALEWA: © Jochen Meyer)
Markus Bock bouldert bevorzugt schwierigste Routen im Frankenjura (Foto bereitgestellt von SALEWA: © Jochen Meyer)

Bekannt wurde der Kletterprofi somit vor allem durch seine Begehungen am natürlichen Gestein und bewies denn auch auf Wettkampf-Ebene, dass er im Bereich der Sportkletterei definitiv zu den Besten zählt. Allerdings bevorzugt er das Klettern unter freiem Himmel und meidet lieber die Halle. Dennoch konnte er im Jahr 1995 den Titel als Deutscher Jugendmeister sowie Deutscher Vizemeister bei den Herren für sich verbuchen und nur ein Jahr später auch noch die Jugendweltmeisterschaft in Moskau für sich entscheiden. Interview: August 2015.

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Markus Bock souverän im Überhang (Foto bereitgestellt von SALEWA: © Jochen Meyer)

Seit 2000 legt Markus seine Prioritäten allerdings verstärkt auf Erstbegehungen wirklich harter Neurouten sowie Boulder in seiner fränkischen Heimat und an internationalen Schauplätzen. Zu seinen größten Erfolgen zählt neben der Wiederholung von Wolfgang Güllichs „Action Directe“ (UIAA XI) auch die Linie „Corona“ (9a+), einer der wohl schwersten Sportkletter-Routen der Welt. Auf Absprunghöhe setzte er mit den beiden Erstbegehungen „Gossip“ und „Montecore“ (8c) auch im Boulderbereich deutliche Akzente. Wir haben mit Markus gesprochen und uns Tipps für Einsteiger wie auch Hobby-Kletterer geholt.

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Markus Bock ist seit seinem 6. Lebensjahr am Fels unterwegs und zählt zu Deutschlands erfolgreichsten Klettersportlern (Foto bereitgestellt von SALEWA: © Jochen Meyer)

am-fels.de: „Welches Gefühl verbindest du mit Bouldern und was treibt dich an, immer weiter zu machen?“

Markus: „Mit wenig viel zu erreichen. Wenig Ausrüstung, wenige Quadratmeter Fels, wenig Züge, aber teils sehr komplexe Bewegungsabläufe und konzentrierteres Empfinden als beim Seilklettern.“

am-fels.de: „Was unterscheidet Bouldern in deinen Augen vom Sportklettern und was macht es für dich so besonders?“

Markus: „Alle Schwierigkeit konzentriert auf wenige Züge zu haben, macht für mich definitiv dass Bouldern aus. Und die Möglichkeit nur für sich allein mit einem vom Fels gestellten Problem zu sein.“

am-fels.de: „Wo findet man dich am ehesten beim Bouldern – in der Halle oder draußen am Fels? Und wenn, welche Spots kannst du empfehlen?“

Markus: „Die Rocklands in Südafrika mit ihrem unendlich scheinenden Potenzial, das Yosemite Valley in Kalifornien ist nicht nur wegen den hohen Wänden immer eine Reise wert. Fountainebleau wegen der Vielfalt an Möglichkeiten von ganz leicht bis ganz schwer. So bietet sich hier Einsteiger und Hobby-Boulderer etwas in jedem Schwierigkeitsgrad. Und das alles in wirklich toller Landschaft.

Das Crashpad zählt zu den wichtigsten "Arbeitsgeräten" von Markus Bock (Foto bereitgestellt von SALEWA: © Jochen Meyer)
Das Crashpad zählt zu den wichtigsten „Arbeitsgeräten“ von Markus Bock (Foto bereitgestellt von SALEWA: © Jochen Meyer)

am-fels.de: „Was war dein bisher größtes „Boulderproblem“ und in welchem Schwierigkeitsgrad bist du für gewöhnlich unterwegs?“

Markus: „Gossip 8C bloc war sicher mein schwerstes Boulderproblem, das ich 2002 erstbegehen konnte und das bis heute nur einmal wiederholt werden konnte. Daraus gelernt habe ich, dass vieles was anfangs unmöglich erscheint durch den Glauben und das Arbeiten an sich selbst machbar werden kann.“

am-fels.de: „Hast du konkrete Ziele/Projekte für die nahe und fernere Zukunft?“

Markus: „Nach einigen Jahren ausschließlich Seilklettern, wobei ich mir zum Ziel gesetzt habe, wieder mehr Bouldern zu gehen.“

am-fels.de: „Eine letzte Frage: Für jeden Boulderprofi gibt es Niederlagen oder schlechte Tage. Wie schaffst du es, dann die Motivation oben zu halten?“

Markus: „Sich an erfolgreiche Tage zu erinnern! An Tage, an denen man nach zähem Ringen sein Felsproblem erfolgreich klettern konnte.“

 

Mehr zu Markus‘ Boulderleidenschaft und wie er die mit Kletterkollege Michi Wärthl im schönen Hamburg auslebt, findest du hier.

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