Petra Klingler im Interview

Petra Klingler startet für den Schweizer Alpen-Club Uto und gehört zu den erfolgreichsten Klettersportlerinnen der Schweiz. Erst im Frühjahr 2015 gewann sie für ihr Land die erste Goldmedaille bei der UIAA Ice Climbing World Tour. Daher verwundert es nicht, dass das Sportamt Zürich die „Swiss Queen“ bereits im Jahr 2010 als beste Nachwuchsathletin ausgezeichnet hat. Wir haben mit ihr über den Kletterspaß am Fels gesprochen. Interview: August 2015.

Bouldern unter einem Höhlenartigen Felsdach: Petra Klingler
Wie eine Höhle scheint dieses Felsdach: Für Boulderin Petra Klingler kein Problem (Foto bereitgestellt von adidas: ©Lukas Ptak)

am-fels.de: „Wie bist du zum Bouldern gekommen und wann warst du das erste Mal ohne Seil an der Wand unterwegs?“
Petra Klingler: „Meine ersten Bouldererlebnisse waren als Training für das Lead gedacht. Im Winter für das Aufbautraining verbrachten wir einige Trainings im Boulderraum, um die nötige Kraft zu trainieren oder spezifische Fußtechnik-Übungen zu machen. Allerdings hat es etwas gedauert, bis ich schließlich auch in Boulder-Wettkämpfen an den Start gegangen bin.“

am-fels.de: „Was unterscheidet Bouldern in deinen Augen vom Sportklettern und was macht es für dich so besonders?“
Petra Klingler: „Das Besondere am Bouldern ist für mich die Abwechslung von Dynamik, Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Im Lead-Klettern ist es seltener, dass Sprünge eingebaut werden oder koordinative Einzelzüge verlangt sind. Das Bouldern hingegen ist voll davon. Mit motiviert vor allem die Herausforderung ein bestimmtes Boulderproblem zu lösen. Man kann (zumindest im Wettkampf) mehrere Versuche machen, um die Lösung zu finden. Und es bietet eine enorme Abwechslung in den Bewegungen!“

am-fels.de: „Wie hältst du dich persönlich fit und was sind deine Tipps, worauf man beim Training am besten achten sollte?“
Petra Klingler: „Für mich war das Campusboard immer ein stetiger Begleiter. Ich habe gerne daran trainiert und konnte gut spüren, ob ich in Form bin oder nicht. Doch hier ist es eben besonders wichtig auf den Körper zu hören und lieber einmal mehr einen Pausentag einzulegen. Das aller Wichtigste ist für mich aber die Freude an der Bewegung und am Training.“

am-fels.de: „Wo findet man dich am ehesten beim Bouldern – in der Halle oder draußen am Fels? Und wenn, welche Spots kannst du empfehlen?“
Petra Klingler: „Zurzeit findet man mich eher in der Halle, da neben dem Studium nicht mehr viel Zeit übrig bleibt und oft auch die Energie fehlt an den Fels zu fahren. Jedoch versuche ich in den Semesterferien so oft als möglich an den Fels zu kommen! Dann findet man mich im Tessin. Z.B in Brione.“

Die Schweizerin Petra Klingler: Mit Crashpads gut gesichert im Überhang
Mit Crashpads gut gesichert bouldert Petra Klingler im Überhang (Foto bereitgestellt von adidas: ©Lukas Ptak)

am-fels.de: „Was war dein bisher größtes „Boulderproblem“ und in welchem Schwierigkeitsgrad bist du für gewöhnlich unterwegs?“
Petra Klingler: „Eines meiner Lieblings-Boulderprobleme findet man im Murgthal (CH) – John Rambo 8a. Ich bin nicht sonderlich geduldig und verbringe deswegen selten mehr als einige Stunden an einem Boulder. Entweder ich spüre, dass ich den Boulder schaffen kann oder ich lass es sein. Dadurch bewege ich mich eher im 7c+/8a Bereich.“

am-fels.de: „Hast du konkrete Ziele/Projekte für die nahe und fernere Zukunft?“
Petra Klingler: „Zurzeit bin ich noch nicht sicher, was ich machen möchte. Ein großes Ziel ist sicherlich im Winter wieder möglichst viele Tage im Ticino verbringen zu können, aber konkrete Ziele habe ich bis jetzt noch nicht.“

am-fels.de: „Beim Bouldern gibt es auch oft Niederlagen oder schlechte Tage. Wie schaffst du es, die Motivation oben zu halten?“
Petra Klingler: „Ich versuche mich an den schönen Erinnerungen aufzubauen und mich an Kleinigkeiten zu freuen. Das habe ich von meiner Großmutter gelernt. Sie hat mir gezeigt, dass fast in allem ein positiver Aspekt zu finden ist und an dem muss man sich festhalten.“

 

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